Ein kontroverses Thema im Düsseldorfer Landtag
Im Düsseldorfer Landtag entfachte die geplante Verschärfung der Abgabe von Rattengift eine hitzige Debatte. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin plant, die Zulassung von sogenannten Rodentiziden für Privatpersonen nicht mehr zu verlängern. Ab dem 26. April 2026 wären Privatpersonen somit vom Kauf von Rattengift ausgeschlossen. Einzig bestehende Vorräte dürfen innerhalb einer Aufbrauchfrist von 180 Tagen, also bis Herbst 2026, verwendet werden.
Die Positionen der Experten: Ein Überblick
Während einige Experten eine unkontrollierte Ausbreitung der Rattenpopulation befürchten, setzen andere auf alternative Bekämpfungsmethoden. Michael Schmitten-Pittá von SBM Life Science betont, dass Rodentizide im privaten Gebrauch alternativlos seien, da ihre Effektivität weit über der von herkömmlichen Schlagfallen liege. Im Gegensatz dazu sieht Schädlingsbekämpfer Sebastian Hackbarth die Pläne positiv, da seiner Ansicht nach viele Privatpersonen die Gebrauchsanweisungen nicht korrekt befolgten.
Warum das Thema für Deutschland so relevant ist
In Deutschland, wo die städtische Infrastruktur dicht und der Umgang mit Hygienestandards ein sensibles Thema ist, stellt eine steigende Rattenpopulation ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Insbesondere in Großstädten wie Berlin oder Hamburg könnten unzureichende Bekämpfungsmaßnahmen zu einem erheblichen Anstieg der Populationen führen. Hinzu kommen potenzielle Sachschäden, die allein in Deutschland auf bis zu 16 Millionen Euro geschätzt werden. Die Diskussion um den Einsatz von Giften und Alternativen wird daher mit besonderer Dringlichkeit geführt.
Prävention und alternative Methoden zur Rattenbekämpfung
Präventive Maßnahmen spielen eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von Ratten. Lutz Fischer vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betont die Bedeutung der Hygiene und der korrekten Müllentsorgung. In einer Siedlung gelang es, eine Rattenplage durch das Entfernen von Grünanlagen um Müllplätze und durch umfassende Aufklärung der Anwohner erfolgreich einzudämmen.
Innovative Ansätze: Einsatz von Hunden
Trotz des Verbots in Deutschland wird in anderen Ländern der Einsatz von Hunden zur Rattenbekämpfung praktiziert. Diese Methode, bekannt als „Ratting“, hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Innerhalb von nur sechs Stunden konnten in einem Betrieb 1112 Ratten mit zehn Hunden erlegt werden. Allerdings steht diese Methode im Widerspruch zu den Tierschutzgesetzen, die das Hetzen von Wirbeltieren auf andere Wirbeltiere untersagen.
Vergleich: Einsatz von Rattengift vs. alternative Methoden
| Methode | Effektivität | Kosten | Vorteile | Nachteile |
| Rattengift | Hoch | Mittel | Schnelle Wirkung | Giftig für andere Tiere |
| Schlagfallen | 20-30% | Niedrig | Keine Giftstoffe | Geringe Effektivität |
| Hunde (Ratting) | Sehr hoch | Niedrig | Kostengünstig | Verstoß gegen Tierschutz |
Fazit: Ein Balanceakt zwischen Effektivität und Ethik
Die Diskussion über den Einsatz von Rattengift in Deutschland zeigt, wie komplex die Frage nach der richtigen Bekämpfungsmethode ist. Zwischen der Effektivität von Rodentiziden und den ethischen Bedenken bei alternativen Methoden wie dem Einsatz von Hunden, bleibt die Entscheidung schwierig. Klar ist jedoch, dass ein Umdenken in der Prävention und im Umgang mit Ratten dringend notwendig ist, um langfristig erfolgreich und ethisch vertretbar Rattenplagen einzudämmen.







