Februar – die Zeit, in der sich die Straßen in Eisbahnen verwandeln. Unter den Füßen sind keine Bürgersteige, sondern spiegelglatte Oberflächen, auf denen Absätze und glatte Sohlen jeglichen Halt verlieren. Bei diesem Wetter gibt es nur wenige Optionen: entweder klobige Winterstiefel mit aggressivem Profil oder ein riskanter Spaziergang in stilvollen, aber rutschigen Schuhen.

Aber was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, jedes Paar Schuhe eisfest zu machen? Im Internet gewinnt eine unerwartete Methode an Popularität, die viele für einen gewöhnlichen Mythos halten. Die Rede ist von Superkleber. Ja, genau der, den man in jedem Baumarkt kaufen kann. Man soll ihn punktuell auf die Sohle auftragen, um improvisierte Spikes zu schaffen. Das klingt nach Bastelei, aber die Methode funktioniert tatsächlich. Allerdings mit Einschränkungen.
Technik der punktuellen Spikes: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn Sie sich für das Experiment entschieden haben, befolgen Sie die Regeln, um Schäden an Ihren Schuhen zu vermeiden.
Schritt 1: Vorbereitung der Oberfläche. Die Sohle muss vollkommen sauber und trocken sein. Entfernen Sie Staub und Rückstände von Reagenzien, wischen Sie sie mit einem Alkoholtuch ab und lassen Sie sie 10–15 Minuten trocknen.
Schritt 2: Auswahl des Klebers. Geeignet ist nur klassischer flüssiger Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis. Kein Gel, kein „Moment”, sondern eine schnell aushärtende Zusammensetzung.
Schritt 3: Auftragen. Tragen Sie mit einem Wattestäbchen Punkte in der Größe eines Streichholzkopfes auf. Verteilen Sie diese in schachbrettartiger Anordnung entlang des Umfangs der Sohle – entlang der Ferse und der Zehen. Vermeiden Sie eine durchgehende Beschichtung: Eine durchgehende Klebefolie erhöht nur die Rutschgefahr.
Schritt 4: Aushärtung. Lassen Sie die Schuhe mindestens 6 Stunden lang, besser über Nacht, ruhen. Während dieser Zeit härtet der Kleber vollständig aus und bildet harte, gewölbte Punkte.
Fertig. Solche Mikrostacheln durchdringen zwar nicht das Eis, greifen aber an den kleinsten Unebenheiten der Oberfläche und verleihen jedem Schritt mehr Sicherheit.

Die Kehrseite der Methode: Was Sie beachten sollten
Haltbarkeit. Die Spitzen nutzen sich nach 2–3 Wochen intensiven Gehens ab, insbesondere auf Asphalt. Es handelt sich um eine vorübergehende Lösung und keinen vollständigen Ersatz für Winterschuhe.
Kompatibilität. Der Kleber haftet schlecht auf porösen oder geriffelten Sohlen. Der ideale Untergrund ist glatter Gummi, Polyurethan oder Leder.
Risiken. Es ist fast unmöglich, ausgehärtetes Cyanacrylat rückstandslos zu entfernen. Auf hellen Sohlen bleiben dunkle Flecken zurück, auf lackierten Sohlen Kratzer. Es ist auch wichtig, dass kein Klebstoff auf den oberen Teil des Schuhs gelangt.
Alternative Lösungen
Superkleber ist eine Notlösung. Für den regelmäßigen Gebrauch gibt es praktischere Methoden.
Anti-Rutsch-Sprays. Sie bilden eine raue Schicht auf der Sohle. Sie sind weniger wirksam als Spikes, aber sie beschädigen die Schuhe nicht und sind unsichtbar.
Eis-Aufsätze. Gummiaufsätze mit Metallspikes, die über die Schuhe gezogen werden. Bequem, aber mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Schleifband. Erhältlich in Baumärkten. Kleine Stücke werden auf die Ferse und die Zehen geklebt. Halten nicht lange, beschädigen aber die Sohle nicht.
Haargummi. Ein alter Trick: Ein Silikon-Haargummi, das kreuzweise über die Sohle gespannt wird, sorgt für mehr Halt. Sieht nicht besonders ästhetisch aus, kann aber in einer Notsituation helfen.
Wenn keine Tricks mehr helfen
Es gibt Bedingungen, unter denen selbst Spikes machtlos sind:
- Glasartiger Eis nach Tauwetter und starkem Frost.
- Schräge Oberflächen, wo nicht mehr das Schuhwerk, sondern die Bewegungstechnik wichtig ist: kleine Schritte, gebeugte Knie, Gewicht auf den gesamten Fuß verteilt.
- Nasses Eis bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wenn Wasser jegliche Haftung zunichte macht.
Fazit: Sicherheit oder Stil
Winterschuhe sind keine Laune, sondern eine Notwendigkeit. Lifehacks wie Superkleber oder Gummibänder sind ein Versuch, Sommerschuhe an winterliche Bedingungen anzupassen. Sie funktionieren, aber nur als vorübergehende Lösung. Manchmal ist es einfacher, ein zweites Paar Schuhe mit einer speziell für Glatteis entwickelten Sohle zu wählen, als mit Klebstoff zu experimentieren.






