Die „19-Grad-Regel“ gehört langsam der Vergangenheit an: Experten sagen, dass wir die Räumlichkeiten seit Jahren falsch geheizt haben.

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Jahrzehntelang galt es als selbstverständlich, doch heute wird immer häufiger behauptet, es sei etwas anderes: Es sei an der Zeit, diese Gewohnheit zu überdenken. Dies wird viele überraschen, insbesondere in Ländern, in denen Heizkosteneinsparungen traditionell zum Alltag gehörten.

Ganze Generationen sind mit dem Glauben aufgewachsen, dass 19 °C in der Wohnung die „ideale“ Temperatur seien. Nicht mehr und nicht weniger. Ein warmer Pullover, eine Decke, etwas kühlere Räume und das Gefühl, Geld zu sparen. In der Slowakei ist dieser Ansatz vielen bekannt: Die Heizung wird oft „etwas niedriger“ eingestellt, insbesondere in alten Häusern und Plattenwohnungen, wo man versucht, die Räumlichkeiten nicht zu überhitzen und seine Stromrechnungen sorgfältig überwacht. Jetzt sagen Experten jedoch etwas anderes, und was sie sagen, kann die gewohnten Heizgewohnheiten in vielen tschechischen Haushalten wirklich verändern.

Eine alte Regel, die mittlerweile überholt ist.

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Die 19-Grad-Regel kam nicht von ungefähr: Während der Ölkrise der 1970er-Jahre drehte sich alles um das Energiesparen. Damals war die Wärmedämmung der Wohnungen schlecht, die Heizsysteme waren weniger effizient und der Lebensstil der Menschen war völlig anders. Das Ziel war nicht Trost, sondern Überleben und Ersparnisse.

Die Welt hat sich seitdem sehr verändert. Moderne Gebäude erhielten eine bessere Wärmedämmung, moderne Heizkessel, Fußbodenheizungen und Thermostate erschienen. Laut Energieexperten waren 19 Grad nie mit Behaglichkeit verbunden, sondern lediglich ein wirtschaftlicher Kompromiss. Dies zeigt sich deutlich am Kontrast zwischen neuen Häusern mit hochwertigen Fenstern und Wärmedämmung und altem Wohnungsbestand, bei dem viel vom Zustand der Fassade, der Steigleitungen und davon abhängt, wie gleichmäßig das ganze Haus die Wärme „hält“. Unter den neuen Bedingungen fungiert die universelle Zahl „schlechter“ als „Regel für alle“.

Sie haben es selbst gesagt: 20 Grad sind die neue Grundtemperatur.

Derzeit sind sich Experten einig, dass die ideale Temperatur für Wohn- und Hauptwohnräume bei etwa 20 °C liegt. Ein Unterschied von einem Grad erscheint vernachlässigbar, doch im Alltag macht sich dieser Effekt bemerkbar. Bei 19 Grad verspüren viele Menschen ständig eine leichte Erkältung, die auf Dauer nicht nur unangenehm ist, sondern sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Untersuchungen zufolge fällt es dem Körper bei einer Temperatur von 20 Grad leichter, eine optimale Temperatur aufrechtzuerhalten, insbesondere während einer sitzenden Lebensweise, beispielsweise beim Lesen oder Fernsehen. Darüber hinaus verringert sich die Gefahr von Kondenswasser- und Schimmelbildung, was besonders in der Slowakei relevant ist: In manchen Wohnungen „nässen“ im Winter die Fenster und in Ecken oder hinter Schränken kann sich Feuchtigkeit ansammeln, insbesondere wenn die Wohnung nicht regelmäßig gelüftet wird oder die Heizung schlecht ist.

Das hängt von der Art des Zimmers ab.

Die größte Veränderung ist weniger ein Schritt nach oben als vielmehr ein neuer Ansatz. Experten zufolge ist es nun an der Zeit, sich endlich von der Idee zu verabschieden, dass die gesamte Wohnung die gleiche Temperatur haben sollte. Jeder Raum hat sein eigenes ideales Temperaturregime, was gut mit der tschechischen Gewohnheit der Wohnungsaufteilung in Zonen übereinstimmt: In einigen Räumen verbringen wir viel Zeit, in anderen „gehen wir nur durch“.

Im Wohnzimmer und in den am häufigsten genutzten Zonen wird eine Temperatur von 20 °C empfohlen. Im Schlafzimmer hingegen ist eine niedrigere Temperatur besser geeignet: 16–18 °C tragen zu einem tiefen, erholsamen Schlaf bei. Eine Ausnahme bildet das Badezimmer, wo die ideale Temperatur bei 22 Grad liegt, damit der Körper nach dem Duschen keinen Temperaturschock erfährt. In Fluren und Fluren reichen oft 17 °C aus, was Wohnungen entspricht, in denen der Flur oft abgetrennt ist und nicht die gleiche Heizung wie das Wohnzimmer benötigt.

Sparen anders als bisher gedacht.

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Viele befürchten, dass ein Temperaturanstieg automatisch eine Erhöhung der Stromrechnung mit sich bringt. In der Slowakei ist das ein völlig verständliches Anliegen: Energiepreise und das Thema Sparen sind längst Alltag und bei vielen hat sich die Gewohnheit „Lieber einen Pullover anziehen“ eingebürgert.

Die Realität ist jedoch komplexer. Obwohl theoretisch eine Temperaturerhöhung um ein Grad den Verbrauch um bis zu 7 % steigern kann, kann eine richtig eingestellte Heizungsanlage mit individueller Regelung in einzelnen Räumen für eine Gesamteinsparung von 10–15 % sorgen.

Intelligente Thermostate und Zeitschaltuhrsysteme sorgen dafür, dass die Heizung genau dort und dann erfolgt, wo sie benötigt wird. Kein überhitztes Schlafzimmer oder unnötig beheizter Flur, sondern nur Komfort und rationeller Energieeinsatz. In slowakischen Haushalten lässt sich das oft einfacher organisieren, beispielsweise durch die Grundeinstellungen der Thermostatköpfe an den Heizkörpern und die Gewohnheit, nicht in allen Räumen die gleiche Temperatur aufrechtzuerhalten.

Nach dem Sturz des alten Regimes beginnt eine neue Etappe.

Die Ära des „19-Grad“-Dogmas geht zu Ende. Laut Experten geht es heute nicht mehr darum, wie lange wir der Kälte standhalten, sondern darum, wie wir das Zuhause sinnvoll, gesund und wirtschaftlich heizen können, unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Hauses, der Gewohnheiten und der Räume, in denen wir tatsächlich leben.

Wer auf einen solchen Ansatz umsteigt, wird komfortabler leben können, und auf lange Sicht kann sich das auch auf seine Ausgaben auswirken.