Wie kann man Rosen selbst vermehren?

Die Vermehrung von Rosen zu Hause ist einfacher als es scheint – man braucht nur einen gesunden Trieb, den richtigen Schnitt und ein geeignetes Substrat. Mit ein paar einfachen Schritten können Sie selbst neue, kräftige Sträucher Ihrer Lieblingssorten züchten.

Wie kann man Rosen selbst vermehren?
Rosen

Wann sollte man Rosen vermehren und welche Sorten eignen sich am besten für die Vermehrung?

Rosen wurzeln am besten, wenn die Triebe halbverholzt sind, d. h. nicht ganz weich, aber auch nicht hart wie ein trockener Zweig. In der Praxis geschieht dies meist von Ende Juni bis Anfang August, wenn der Strauch zum ersten Mal geblüht hat und sich auf die nächste Blüte vorbereitet. Genau dann hat die Pflanze genug „Kraft” in den Trieben und verbraucht gleichzeitig keine Energie für die Aufrechterhaltung der Blüten. Zu Hause oder im Gewächshaus kann die Bewurzelung bis zum Beginn des Herbstes erfolgreich fortgesetzt werden, wenn die Temperatur zwischen 18 und 22 °C liegt.

Nicht alle Rosen lassen sich gleich gut durch Stecklinge vermehren. Am besten reagieren Bodendecker, Miniaturrosen und viele Sorten von Parkrosen auf die Bewurzelung, da sie in der Regel kräftig sind und ein eigenes gesundes Wurzelsystem bilden. Auch mehrblütige Rosen (Floribundas) eignen sich gut, insbesondere solche mit einfacheren, einzelnen Blüten, die von Natur aus schnell wachsen und starke Triebe haben. Am launischsten sind einige mehrblütige Rosen und einige Kletterrosen, insbesondere sehr edle Sorten, die in Baumschulen oft auf Unterlagen gepfropft werden, gerade weil sie aus Stecklingen schlecht oder sehr langsam Wurzeln schlagen.

Zum besseren Verständnis ist es hilfreich, sich die einzelnen Gruppen und ihr „Temperament” beim Wurzeln anzusehen:

Bodendeckerrosen (z. B. „The Fairy”) Hoch Bilden zahlreiche dünne Triebe; wurzeln gut, selbst in einfachen Gartengewächshäusern.

Miniaturrosen (Topfrosen) Hoch Oft lassen sich mehrere Stecklinge von einem Strauch gewinnen; eignen sich für erste Versuche zu Hause.

Mehrblütige Rosen (Floribundrosen) Mittel Die besten Ergebnisse erzielen Sorten mit einfacheren Blüten; es ist sinnvoll, einen Wurzelbildner für Gehölze zu verwenden.

Park- und Strauchrosen Mittel bis hoch Ältere Sorten und Wildrosenhybriden wurzeln oft gut „auf eigener Wurzel”.

Mehrblütige und rankende Edelrosen Niedrig Wachsen oft besser gepfropft; aus Stecklingen wurzeln sie langsam und sind frostempfindlicher.

Eine solche orientierende „Schwierigkeitskarte” hilft dabei, eine Sorte entsprechend der eigenen Erfahrung und den Bedingungen auszuwählen. Für den Anfang ist es in der Regel besser, Rosen zu wählen, die leicht Wurzeln schlagen, und sich mit der Zeit an anspruchsvollere Edelrosen heranzuwagen, die stabilere Temperaturen und mehr Aufmerksamkeit erfordern.

Wie kann man Rosen selbst vermehren?
Rosen

Wie bereitet man gesunde Rosenstecklinge Schritt für Schritt für die Bewurzelung vor?

Gesunde Stecklinge sind die halbe Miete bei der Bewurzelung von Rosen, daher sollte die Vorbereitung der Triebe nicht „nach Augenmaß” erfolgen. Am besten eignen sich halbverholzte Teile der Triebe, d. h. solche, die nicht mehr weich wie Frühjahrstriebe, aber auch noch nicht ganz so hart wie alte Zweige sind. In der Regel werden sie aus den Trieben des laufenden Jahres gewonnen, die im Sommer oder Frühherbst geschnitten werden.

Zunächst ist es sinnvoll, den Strauch kurz zu beobachten. Die Stecklinge werden von gesunden Pflanzen genommen, die reichlich geblüht haben und keine Anzeichen von Pilzkrankheiten wie dunkle Flecken oder Belag aufweisen. Gut geeignet sind Triebe, die bereits verblüht sind, aber noch elastisch und im Querschnitt grün sind – dies ist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze über Energiereserven für die Wurzelbildung verfügt.

Der Trieb selbst wird in Stücke von etwa 12–20 cm Länge mit mehreren gut ausgebildeten Augen (Knospen) geschnitten. Der obere Schnitt wird glatt, 1–2 cm über dem Auge, und der untere schräg, direkt unter der Knospe, ausgeführt – ein solcher Schnitt erleichtert die Orientierung, welche Seite in den Boden kommen soll. Zum Schneiden eignen sich scharfe Scheren oder Gartenscheren, die mit Alkohol oder kochendem Wasser desinfiziert wurden, um keine Krankheiten auf die frischen Wunden der Pflanzen zu übertragen.

Bevor die Stecklinge in das Substrat gesetzt werden, ist es an der Zeit, die Blätter „kosmetisch zu behandeln”. Zu üppiges Grün führt zu schneller Verdunstung von Wasser und Welken, bevor Wurzeln entstehen. Daher werden die unteren Blätter in der Regel vollständig entfernt und die oberen um die Hälfte gekürzt, damit der Steckling weiterhin Photosynthese betreiben kann, aber weniger Energie verbraucht.

Es ist hilfreich, eine kurze „Checkliste” zu erstellen, damit beim Sammeln des Materials nichts übersehen wird:

  • Auswahl eines gesunden Strauchs ohne Flecken und deformierte Triebe
  • Beschneiden der halbreifen Triebe auf 12–20 cm lange Stücke mit 3–5 Augen
  • Entfernen der Blätter und Dornen vom unteren Teil und Kürzen der verbleibenden Blätter

Durch dieses Vorgehen sehen alle Stecklinge gleich aus, was die spätere Pflege und die Bewertung der Ergebnisse erleichtert. Anfänger im Gartenbau sehen oft schon beim zweiten Mal einen Unterschied, wenn sie ein paar einfache Schritte befolgen, anstatt bei jedem Schritt zu improvisieren.

Am Ende solltest du die Stecklinge noch einmal überprüfen, bevor sie in den Boden kommen. Der untere Teil sollte sauber sein, ohne Beschädigungen und Blattreste, und der obere Teil sollte 2–3 Augen haben, die bereit sind, neue Triebe zu bilden. Nur so vorbereitetes Material hat wirklich eine Chance, schnell Wurzeln zu schlagen und sich innerhalb weniger Monate in einen jungen, kräftigen Rosenstrauch zu verwandeln.

Welche Erde, Behälter und Werkzeuge werden für die eigenständige Bewurzelung von Rosen benötigt?

Das richtige Substrat und der richtige Behälter können darüber entscheiden, ob ein Rosensämling Wurzeln schlägt oder zu welken und zu faulen beginnt. Für die Bewurzelung wird in der Regel eine sehr leichte und durchlässige Mischung verwendet: zum Beispiel Saatgut-Erde, gemischt mit Sand oder Perlit in einem Verhältnis von etwa 1:1. Eine solche Mischung sorgt für eine moderate Feuchtigkeit, lässt aber gleichzeitig die Wurzeln atmen, was in den ersten 4 bis 6 Wochen sehr wichtig ist. Es ist gut, wenn das Substrat möglichst unfruchtbar ist, d. h. wenig Nährstoffe enthält, denn dann „sucht” die Pflanze nach Wasser und bildet schneller neue Wurzeln.

Für die Bewurzelung von Rosen sind keine komplizierten Behälter erforderlich, obwohl eine zu zufällige Auswahl ebenfalls Probleme verursachen kann. In der Praxis sind Töpfe mit einem Durchmesser von 8–10 cm oder tiefere Multitöpfe, in denen mehrere Setzlinge nebeneinander platziert werden können, am praktischsten. Sehr nützlich sind Behälter mit Drainagelöchern, die auf einem Ständer oder in einer Kiste stehen, wo überschüssiges Wasser ungehindert abfließen kann. Manchmal werden auch durchsichtige Lebensmittelboxen mit Deckel verwendet – sie bilden ein kleines „Mini-Gewächshaus”, aber dann muss man auf tägliches Lüften achten, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Während des gesamten Prozesses sind einige einfache Werkzeuge nützlich, die die Arbeit erleichtern und das Risiko einer Beschädigung des empfindlichen Gewebes verringern. Am wichtigsten ist eine scharfe Gartenschere oder ein Gartemesser, das vorzugsweise vor jedem Schnitt mit Alkohol desinfiziert wird, um keine Krankheiten zu übertragen. Außerdem ist eine kleine Schaufel oder ein Spachtel hilfreich, um Löcher in die Erde zu graben, um den Setzling einzusetzen, ohne ihn zu zerdrücken. Als kleine, aber sehr praktische Ergänzung wird häufig eine Handspritze verwendet, mit der Sie den Boden und die Blätter gleichmäßig befeuchten können, ohne sie mit einem starken Strahl aus der Gießkanne zu „überfluten”.

  • Leichte Erde für Aussaat oder Setzlinge
  • Grober Sand oder Perlit
  • Töpfe mit Drainagelöchern oder Multitöpfe
  • Scharfe Gartenschere/Messer und Desinfektionsmittel
  • Sprühflasche für sanftes Besprühen
  • Durchsichtige Abdeckung oder Mini-Gewächshaus

Dieses Grundset reicht aus, um zu Hause einen sicheren Ort für Rosensprossen zu schaffen. Mit der Zeit kann es durch eine Heizmatte, Blähton auf dem Boden der Behälter oder speziellere Mischungen ergänzt werden, aber für die ersten Versuche reichen einfache Lösungen, die in den meisten Gartengeschäften leicht zu finden sind, völlig aus.

Wie verwendet man Wurzelbildner und wie pflanzt man Rosensetzlinge richtig?

Ein Wurzelbildner ist eine Art „Starter” für neue Wurzeln, aber er funktioniert nur dann gut, wenn man ihn sinnvoll einsetzt. Das Pulver oder Gel beschleunigt die Wurzelbildung und begrenzt die Fäulnis der Triebspitze, kann jedoch schlecht verwurzelte oder kranke Stecklinge nicht heilen. Daher ist es sinnvoll, es als Unterstützung und nicht als Wundermittel gegen alle Probleme mit Rosen zu verwenden.

Vor der Verwendung des Wurzelstimulators sollte die Spitze des Stecklings frisch geschnitten sein, mit einem glatten Schnitt knapp unterhalb der Knospe. Die Spitze des Triebs sollte gut getrocknet werden, z. B. 5-10 Minuten auf einem Papiertuch, damit das Pulver nicht zu einer feuchten Kruste verklumpt. Anschließend wird der untere Teil des Stecklings nur bis zur Höhe der zukünftigen Wurzelzone, in der Regel 1-2 cm, in den Wurzelbildner getaucht, um die Blätter und Triebe darüber nicht zu verschmutzen.

Überschüssiges Präparat sollte vorsichtig abgeklopft werden, da eine zu dicke Schicht den Luftzugang erschweren und Schimmelbildung begünstigen kann. Bei Gel-Wurzelbildnern reicht eine dünne, gleichmäßige Schicht aus – es ist nicht notwendig, zusätzliche Schichten aufzutragen. Es empfiehlt sich, eine kleine Menge Pulver in ein separates Gefäß zu geben, um die Stecklinge nicht direkt in die Originalverpackung zu tauchen und keine Feuchtigkeit oder Pilzsporen in diese zu bringen.

Das Einpflanzen des Setzlings nach der Anwendung des Wurzelstimulators sollte so sanft wie möglich erfolgen, ohne den Trieb längere Zeit zur Seite zu legen. Es ist sinnvoll, mit einem Stock oder einem Pflock ein Loch in den Boden zu machen, damit beim Einpflanzen des Setzlings die Schicht des Präparats nicht von seiner Oberfläche abgerieben wird. Normalerweise wird eine Rose etwa ein Drittel ihrer Länge tief gepflanzt, sodass sich 2-3 Internodien im Boden befinden und über der Oberfläche einige gesunde Blätter bleiben, die die Pflanze mit Licht „ernähren”.

Nach dem Einpflanzen des Triebs sollte die Erde um ihn herum vorsichtig mit den Fingern festgedrückt werden, um große Hohlräume zu beseitigen, ohne jedoch den Stiel zu zerdrücken. Die erste Bewässerung sollte besser mit einem sanften Strahl oder aus einer Sprühflasche erfolgen, um das Wurzelbildungsmittel nicht aus dem Bereich um den Setzling herum wegzuspülen und die frisch gepflanzten Triebe nicht umzuwerfen. Am Ende können Sie leicht mit dem Topf oder Behälter auf den Boden klopfen, damit sich die Erde um den Steckling herum setzen kann und ihm für die nächsten Wochen einen stabilen Halt bietet.

Wie pflegt man wurzelnde Rosen: Bewässerung, Licht und Temperatur in den ersten Wochen?

Die ersten Wochen nach dem Pflanzen der Stecklinge sind die Zeit, in der sie die größte Pflege benötigen: Zu viel oder zu wenig Wasser kann alle Bemühungen zunichte machen. Der Boden sollte ständig leicht feucht sein, aber nicht nass wie ein Waschlappen nach dem Waschen. Es hilft, vorsichtig mit einer kleinen Gießkanne oder einer Flasche mit schmalem Hals zu gießen, immer am Rand des Topfes, um den Steckling nicht aus der Erde zu spülen.

Eine gute Orientierung ist die Berührung mit dem Finger: Die oberste Schicht kann leicht trocken sein, aber bereits 1–2 cm tiefer sollte der Boden spürbar feucht sein. In der Praxis bedeutet dies oft, alle 2–3 Tage zu gießen, bei Hitze sogar täglich, aber es ist immer besser, zuerst den Boden zu überprüfen, als sich an einen strengen „Zeitplan” zu halten. Wenn sich Wasser auf der Unterlage sammelt, sollte es nach 15 Minuten besser abgegossen werden, da Staunässe das Verfaulen der jungen Wurzeln begünstigt.

Wurzelnde Rosen lieben einen hellen Standort, aber diffuses Licht, insbesondere in den ersten 3–4 Wochen. Direkte Sonneneinstrahlung hinter Glas kann die Töpfe auf über 30 °C erhitzen und das empfindliche Gewebe buchstäblich „kochen”. Am besten eignet sich eine Ost- oder Nordostfensterbank oder ein Tisch in 1–2 Metern Entfernung vom Südfenster. Eine stabile Temperatur von etwa 18–22 °C fördert die Wurzelbildung. Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen, Zugluft oder die Platzierung der Behälter direkt über dem Heizkörper, wo die Erde schneller austrocknet, als die junge Rose reagieren kann.

Woran erkennt man, dass die Rosen angewachsen sind und wann sie in den Garten umgepflanzt werden können?

Das sicherste Zeichen dafür, dass die Rosen angewachsen sind, ist das Erscheinen neuer, kräftiger Triebe. Normalerweise geschieht dies etwa 4–8 Wochen nach dem Einpflanzen der Setzlinge in den Boden, obwohl ein kühlerer Frühling diesen Prozess etwas verlangsamen kann. Die jungen Triebe sollten hellgrün, gerade und kräftig sein, und die Blätter sollten nicht ohne ersichtlichen Grund hängen oder vergilben. Ein leichtes Ziehen am Stiel zeigt oft auch, was unter der Erde vor sich geht: Wenn Sie einen leichten Widerstand spüren, bedeutet dies, dass das Wurzelsystem bereits zu wachsen begonnen hat und den Setzling fest im Boden hält.

Vor dem Umpflanzen in den Garten sollten Sie mehrere Merkmale vergleichen: stabile, nicht umkippende Pflanzen, sichtbare neue Blätter und Erde, die leicht mit Wurzeln „durchzogen” ist, die in den Öffnungen des Topfes sichtbar sind. In der Regel können junge Rosen 2–3 Monate nach der Wurzelbildung in das Beet gepflanzt werden, vorausgesetzt, dass keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich auf mindestens 10 °C erwärmt hat. Ein gut verwurzelter Setzling verträgt leichte Trockenheit und einen kurzen Transport, ohne dass sich die Blätter nach einigen Stunden „zusammenlegen”.

Um die Pflanzbereitschaft der Setzlinge besser einschätzen zu können, ist es hilfreich, die wichtigsten Merkmale kurz zu vergleichen. Die folgende Tabelle hilft Ihnen, Pflanzen, die noch zu schwach sind, von denen zu unterscheiden, die ohne besonderes Risiko in den Garten gepflanzt werden können.

Neue Triebe sind kurz, wenig zahlreich, manchmal rötlich und schlaff einige deutliche Triebe mit einer Länge von 5–10 cm, die stabil wachsen

Die Blätter welken leicht bei Trockenheit, manchmal vergilben sie leicht intensiv grün, elastisch, ohne Flecken und austrocknende Ränder

Die Wurzeln sind in den Löchern des Topfes nicht sichtbar oder sehr selten, gut sichtbar in den Löchern, weiß oder cremefarben, verzweigt

Stabilität der Pflanze: Der Setzling schwankt leicht bei leichter Berührung, der Stiel bleibt fest, bei Bewegung ist ein deutlicher Widerstand zu spüren

Jahreszeit: Frühes Frühjahr, unbeständiges Wetter, Frost möglich Spätes Frühjahr oder Spätsommer, Nachttemperaturen über 8–10 °C

Eine solche „Checkliste” hilft, Hektik zu vermeiden, die oft zu Wachstumsstillstand oder zum Absterben eines Teils der Triebe führt. Wenn noch ein oder zwei Elemente aus der rechten Spalte fehlen, ist es besser, die Rosen noch 2–3 Wochen in den Töpfen wachsen zu lassen. Dadurch bilden sie nach dem Einpflanzen im Garten schneller neue Triebe und werden seltener krank, da sie bereits stark genug sind, um mit Sonne, Wind und kleinen Fehlern bei der Bewässerung fertig zu werden.