Eine eingehende Studie der Technischen Universität München hat die Debatte über die beste Heizungsart beendet. Die Forscher analysierten 13 verschiedene Systeme unter Berücksichtigung ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer Auswirkungen auf die Umwelt. Die Ergebnisse widerlegen einige weit verbreitete Mythen.

Angesichts der stark steigenden Energiepreise und der wachsenden Besorgnis um die Umwelt wird die Wahl des richtigen Heizsystems immer wichtiger. Hausbesitzer sind oft verwirrt angesichts der verschiedenen auf dem Markt verfügbaren Optionen: Wärmepumpe, Pelletofen, Gassystem… Jeder Installateur preist die Vorteile seiner Lösung an. Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus? In einer 2024 veröffentlichten Studie liefert eine Gruppe deutscher Wissenschaftler endlich konkrete Antworten, die auf wissenschaftlichen Daten basieren.
Eine strenge Methodik, die die Situation verändert
Die Wissenschaftler haben keine halben Sachen gemacht. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, haben sie die Leistung von 13 verschiedenen Heizsystemen in einem typischen zweistöckigen Haus modelliert. Ihr innovativer Ansatz kombiniert eine Lebenszyklusanalyse (LCA) zur Bewertung der Umweltauswirkungen mit einem Nettobarwert (NPV) zur Messung der wirtschaftlichen Rentabilität. Diese doppelte Analyse ermöglicht es, Lösungen zu identifizieren, die in jeder Hinsicht wirklich effizient sind.
Das Team berücksichtigte alle Parameter: Installationskosten, Energieverbrauch, Wartungskosten sowie CO2-Emissionen und Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Forscher bezogen sogar die voraussichtliche Entwicklung der Energiepreise und zukünftige Veränderungen in der Struktur der deutschen Stromwirtschaft in ihre Berechnungen ein.

Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaikmodulen auf Platz eins
Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaikmodulen belegt den ersten Platz im Ökoeffizienz-Ranking. Dieses System hat eine um 17 % geringere Umweltbelastung als die Referenzvariante (Gaskessel) und senkt gleichzeitig die Kosten um 6 %. Selbst im schlimmsten der von den Forschern untersuchten Szenarien bleibt diese Lösung effizienter als viele Alternativen.
Die bemerkenswerte Effizienz dieses Duos lässt sich durch mehrere Faktoren erklären. Erstens nutzt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die in der Außenluft vorhandene Energie effizient. Zweitens ermöglicht der Einsatz von Photovoltaikmodulen eine erhebliche Senkung der Stromkosten und des CO2-Fußabdrucks des Systems. Die Forscher betonen sogar, dass eine Optimierung des Eigenverbrauchs der photovoltaischen Energie diese Ergebnisse noch weiter verbessern könnte.
Überraschungen im Ranking
Der Holzgas-Kessel schnitt überraschend gut ab und belegte den zweiten Platz in Sachen Ökoeffizienz. Seine Umweltbelastung ist um 42 % geringer als die eines Gaskessels, obwohl er 20 % teurer ist. Dieses gute Ergebnis lässt sich insbesondere dadurch erklären, dass Holz als erneuerbare Ressource gilt, sofern es aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Andererseits enttäuschen einige Systeme, die als umweltfreundlich gelten. Pelletkessel in Kombination mit Solarthermie und Wärmepumpen mit Eisspeicher weisen die schlechtesten Werte in Bezug auf die Ökoeffizienz auf. Die Forscher erklären, dass die Komplexität dieser Systeme und ihre hohen Kosten ihre ökologischen Vorteile nicht aufwiegen.
Ein Gaskessel ist zwar kostengünstig im Betrieb, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Er verursacht die höchsten Treibhausgasemissionen aller untersuchten Systeme, selbst in Kombination mit Sonnenkollektoren.
- Das ökologisch effizienteste System ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer photovoltaischen Anlage.
- Auf dem zweiten Platz landete überraschenderweise ein Holzgas-Kessel.
- Komplexe Systeme wie ein Pelletkessel mit Solarthermieanlage enttäuschen trotz ihres umweltfreundlichen Images.






